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Während des Einsatzes eines/einer Gebärdensprachdolmetschers/-in

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Dolmetscher/-innen vermitteln zwischen zwei Sprachen. Aber anders als bei denen, die z.B. zwischen Deutsch und Englisch dolmetschen, sind Gebärdensprachdolmetscher/-innen bei ihren Einsätzen in der Regel immer körperlich anwesend. Dennoch gelten sie während des Einsatzes nicht als Gesprächspartner und sollen sozusagen „ignoriert“ werden. Hörende und gehörlose Gesprächsteilnehmer/-innen adressieren sich direkt. Aussagen in der dritten Person wie z.B. „Sagen Sie ihm bitte, dass...“ sind daher unnötig. Auch der Blickkontakt sollte zwischen den beiden Gesprächsteilnehmer/-innen gehalten werden, und nur in den Momenten, in denen der gehörlose Gesprächsteilnehmer den/die Dolmetscher/-in ansehen muss, unterbrochen werden.

Unabdingbar ist bei dem Einsatz, dass Dolmetscher/-in und gehörlose/r Gesprächsteilnehmer/-in sich direkt ansehen können. Wenn man die ausgeführten Gebärden nicht gesehen werden, können sie auch nicht verstanden werden. Da aber auch der Blickkontakt zu dem/der hörenden Gesprächspartner/-in erhalten bleiben soll, muss sich der/die Gebärdensprachdolmetscher/-in entsprechend im Raum positionieren. Hierbei müssen auch die Lichtverhältnisse beachtet werden, die Sonne darf nicht blenden.

Wenn z.B. Filme ohne Untertitel gezeigt werden und daher der Raum abgedunkelt wird, muss der/die Gebärdensprachdolmetscher/-in weiterhin zu sehen sein. Gleiches gilt auch für Diashows und dergleichen. Kommentare zu den Bildern, die andere auch im Dunkeln hören können, müssen von den anwesenden Gehörlosen gesehen werden können.

Bei Diskussionen in einer Gruppe ist es wichtig, dass alle Gesprächsteilnehmer/-innen nacheinander sprechen. Mehrere Stimmen gleichzeitig kann man zwar hörend wahrnehmen, aber der/die Gebärdensprachdolmetscher/-in kann mehrere Kommentare gleichzeitig nicht dolmetschen mit den Händen. Achten Sie daher bitte auf eine geordnete Gesprächsführung und lassen sie auch die gehörlosen Gesprächsteilnehmer/-innen ausreden. Da sich die Grammatik der Deutschen Lautsprache und der Deutschen Gebärdensprache voneinander unterscheidet, müssen die Gebärdensprachdolmetscher/-innen auch beim simultanen Dolmetschen einige Sekunden zeitverzögert den geäußerten Text sprechen bzw. gebärden.