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Was ist ein/e „Gebärdensprachdolmetscher/-in“

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Qualifizierte Gebärdensprachdolmetscher/-innen besitzen eine staatliche Anerkennung oder einen anerkannten Abschluss in Gebärdensprachdolmetschen. Die Landesdolmetscherzentrale vermittelt ausschließlich qualifizierte Gebärdensprachdolmetscher/-innen, um die bestmögliche Kommunikation in allen Situationen zu ermöglichen. Der Rechtsanspruch, den gehörlose Menschen auf eine Kommunikation in Gebärdensprache haben, wird durch diese Berufsgruppe gewährleistet.

Gebärdensprachdolmetscher/-innen sind Mittler zwischen gehörlosen und hörenden Menschen, da sie sowohl die deutsche Lautsprache als auch die Deutsche Gebärdensprache vollständig beherrschen und vollständig und in der Regel simultan dolmetschen. Dadurch ermöglichen sie unseren gehörlosen und hörgeschädigten Mitmenschen die Teilhabe an der Welt und der Kultur Hörender und unseren hörenden Mitmenschen die Teilhabe an der Welt und der Kultur ihrer gehörlosen Mitmenschen.

Anders als z.B. Sozialarbeiter/-innen beraten Gebärdensprachdolmetscher/-innen nicht und kommentieren auch nicht, was sie dolmetschen. Sie transportieren die Information und Intention einer Sprache in die andere, sind aber für den Inhalt des Gesagten, bzw. des Gebärdeten nicht verantwortlich. Sie dolmetschen neutral, was die Gesprächsteilnehmer/-innen äußern.

Darüber hinaus unterliegen Gebärdensprachdolmetscher/-innen der Schweigepflicht. Sie verpflichten sich der Berufs- und Ehrenordnung. Diese finden Sie auf der Seite des Bundesverbandes der Gebärdensprachdolmetscher/-innen Deutschlands.

Um diesen Beruf zu erlangen, muss in der Regel ein Vollzeitstudium absolviert werden. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, eine staatliche Prüfung zu absolvieren. Beides ist nur an wenigen Einrichtungen in Deutschland möglich.

Der Dolmetschprozess ist höchst komplex und für die Dolmetschfachkraft mental sehr anstrengend. Daher lassen sich nicht alle Einsätze von einem/ einer einzelnen Gebärdensprachdolmetscher/-in durchführen. Dolmetscheinsätze, die bis zu einer Stunde dauern, können mit entsprechender Pausenregelung von einem/ einer Gebärdensprachdolmetscher/-in alleine bewältigt werden. Alle Einsätze, die länger als eine Stunde dauern, werden in der Regel von zwei Dolmetscher/-innen durchgeführt, die sich während des Dolmetschens abwechseln. Auch bei dieser Doppelbesetzung ist eine angemessene Pausenregelung wichtig.