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Gehörlose Kolleg/-innen

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Sind sie hörend und haben eine/n gehörlose/n Kollegen/Kollegin, mit dem der Sie sich gerne unterhalten möchten? Optimal wäre es, wenn Sie in diesem Fall die Deutsche Gebärdensprache erlernen. Aber auch ohne eine gemeinsame Sprache können Sie mit Ihrem/Ihrer gehörlosen Kollegen/Kollegin kommunizieren, sofern sie einige Details beachten:

  • Ihr/e Kollege/Kollegin muss Ihnen von den Lippen absehen, daher ist Blickkontakt unerlässlich.
  • Informationen, die „zwischen Tür und Angel“ verbreitet werden, erreichen gehörlose Kolleg/-innen oftmals nicht. Bitte geben Sie wichtige Informationen gezielt an diese weiter.
  • Wenn Sie mit Ihrem/Ihrer gehörlosen Kollegen/Kollegin sprechen möchten, machen Sie auf sich aufmerksam, z.B. durch Winken, Antippen oder Vibration (auf den Tisch klopfen oder Aufstampfen).
  • Nennen Sie vor dem Gespräch den Inhalt der Besprechung. So können Sinnzusammenhänge leichter erfasst werden.
  • Stellen Sie Sachverhalte möglichst klar, präzise und einfach dar.
  • Sprechen sie möglichst Hochdeutsch.
  • Achten Sie auf natürliche Mimik und Gestik, überformen Sie ihr Mundbild nicht.
  • Sprechen Sie in normaler Lautstärke. Der/die Gehörlose kann Sie auch dann nicht hören, wenn Sie laut sprechen.
  • Vermeiden Sie Fremdwörter.
  • Sprechen Sie langsam, aber nicht übertrieben langsam.
  • Befreien Sie Ihren Mund von Zigaretten, Kaugummis und Ähnlichem, sonst wird Ihr Mundbild verzerrt.
  • Achten Sie auf gute Lichtverhältnisse, wird Ihr/Ihre Kollege/Kollegin geblendet oder ist der Raum zu dunkel, fällt ihm/ihr das Absehen vom Mund schwer.
  • Wenn der Sachverhalt zu kompliziert ist, Sie Ihren/Ihre Kollegen/Kollegin nicht verstehen oder es wiederholt zu Missverständnissen kommt, benutzen Sie zur Unterstützung Zettel und Stift.
  • Unterbrechen Sie das Gespräch, wenn Sie etwas zeigen möchten, denn der/die gehörlose Kollege/Kollegin kann nicht gleichzeitig auf Ihren Mund und auf etwas anderes achten.
  • Bringen Sie den Sachverhalt möglichst klar auf den Punkt.
  • Suchen Sie sich einen ruhigen Raum für eine Besprechung aus. Auch gehörlose Menschen können sich durch laute Maschinen gestört fühlen oder sind anfällig für visuellen „Lärm“.
  • Das Absehen von Ihren Lippen ist anstrengend, denn nur 20%-30% des Gesagten können tatsächlich abgelesen werden. Der restliche Inhalt muss durch den Sinnzusammenhang erschlossen werden.

Falls Sie nun Lust bekommen haben auf die Kommunikation mit den Händen, Ihnen aber die Zeit fehlt die Deutsche Gebärdensprache vollständig zu erlernen, finden Sie hier das Fingeralphabet. Mit diesem können einzelne Wörter buchstabiert werden. Ihr/e gehörlose/r Kollege/Kollegin zeigt Ihnen sicher gern auch die eine oder andere Gebärde, die für die gemeinsame Arbeit wichtig ist.